Neues Tapetenmuseum für Kassel
Heute letzter Tag der Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten !
Entgegen den Versprechungen von Boris Rhein ist keiner der Wettbewerbsarbeiten auf das vorhandene Verwaltungsgerichtsgebäude eingangen, alle wollten es abreissen.
Nur ein Entwurf schlug eine Konstruktion des ursprünglichen Vorgängergebäudes vor.
Erstaunlich auch: Die größten und besten Büros fielen im ersten Rundgang raus: GMP Gerkan-Mark und Parner, Stefan Behnisch, Hannelore Deubzer, Max Dudler, auch Kadawittfeld.
Im zweite Rundgang fielen raus: Schneider und Schumacher, Ortner und Ortner, sowie auch HHS Hegger,Hegger-Luhnen, Schleiff.
Wer war nochmal im Preisgericht?
Prof. Jörg Aldinger, Ulrike Berendsen-Manderscheid, Christof Nolda, Prof. Volker Staab, Prof. Gesine Weinmiller, Hans Günter Merz, José Mario Gutiérrez, Irene Bauerfeind-Rossmann, Jens Markus Offermann, Bernd Küster, Ullrich Eitel
Aufgabe: "Das Land Hessen plant am Brüder-Grimm-Platz, dem heutigen Standort des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes, einen Neubau für das Deutsche Tapetenmuseum - Museum für Raumkunst in Kassel und führt hierfür einen nichtoffenen einphasigen Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 durch. Der Neubau soll erstmals adäquate Ausstellungsräume für eine Dauerpräsentation erhalten, die den Anforderungen der Exponate dieser einmaligen Sammlung gerecht werden. Der Standort befindet sich an der Schnittstelle von Kassels Innenstadt und der Wilhelmshöher Allee, und wird das bestehende Museumsquartier nachhaltig stärken. Teil der Aufgabe ist neben der Konzeption eines modernen Museumsbaus die stimmige Integration von teilweise denkmalgeschützten Bestandsgebäuden in das Nutzungskonzept. In Räumen der historischen Torwache soll die ehemalige Wohnung der Brüder Grimm museal rekonstruiert werden. Raumprogramm: Museumsflächen, Verwaltung, Depot und Flächen f. Museumspädagogik auf rund 3.140 qm NUF".(aus Wettbewerbe aktuell)
Kassel den 17.12.17

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Baukulturcharta für Kassel

Klaus Schaake sprach mit Christof Nolda über die Baukulturcharta für Kassel. Darin erklärt unser Stadtbaurat, was unter diesen schönen Worten der Charta zu verstehen ist.
Hier die MP3-Datei vom 24.8.2017.
zur MP3-Datei
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Leserbrief zur HNA vom 1.9.17
(Bisher (16.9.17) nicht erschienen)
Der Wunschzettel der Wehlheider war zwar lang, doch das waren alles nur kleine Verbesserungswünsche. Die großen und schwierigen Probleme wurden an diesem Abend ausgeklammert: Die drohende Bebauung des Georg-Stock-Platzes und die enorme Verkehrs- und Lärmbelastung der Anwohner durch die sich im Wehlheider Ortskern kreuzenden Hauptverkehrsstrassen Kohlenstrasse / Tischbeinstrasse und Schönfelder Strasse. War einst die Wittrockstrasse gebaut worden, um den alten Ortskern von Wehlheiden zu entlasten, wurde sie dann doch nicht weiter zur Ludwig-Mond -Strasse verlängert; so kann sie nicht wirklich entlasten. Nun sind die damals dafür vorgesehenen Grundstücke bebaut und eine Weiterführung der Wittrockstrasse ist nicht mehr möglich. Der alte Ortskern Wehlheiden ist heute nur noch eine große und laute Verkehrskreuzung. Jetzt helfen nur noch Lärmschutzfenster oder sich eine andere Wohnung zu suchen, denn gegen Abgase helfen die auch nicht.
Sylvia Stöbe
Kassel 1.9.17
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Am Dienstag den 29.8.17 findet eine Infoveranstaltung zur Umgestaltung Wehlheidens statt, ab 18:30 Uhr in den Bürgerräumen. In Sinne der Charta sollten wir uns alle beteiligen und um über gute Baukutltur streiten.


Thema: Nachverdichtung in Wehlheiden
Wehlheiden war ein Dorf und ist ein Dorf, das nun lange schon zur Stadt Kassel gehört - zugegeben - ein Dorf mit einer sehr heterogenen Bebauung. Das alt eingesessene Blumenhaus Bode gibt auf. Daneben entstand jetzt ein Hochhaus mit sechs Ebenen, das sich so ganz und gar nicht einfügt in die umgebende Bebauung. Das Argument heißt „Nachverdichtung“ -wie auch an anderer Stelle- z.B. am Heimbach gegenüber dem Friedhof. – Für mich ist das nur ein weiterer hässlicher und viel zu hoher „Fremdkörper“ im Dorf mit maximaler Ausnutzung des Grundstücks. Von wegen Baukultur…
Sylvia Stöbe, 13.8.17
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Das Gebäudes des Verwaltungsgerichts am Brüder-Grimm-Platz wird in jedem Fall abgerissen! (sagte Stadtbaurat Nolda am 6.7.17)


https://www.wettbewerbe-aktuell.de: Nicht offener Wettbewerb max 30 Teilnehmer.
Das Land Hessen plant am Brüder-Grimm-Platz, dem heutigen Standort des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes, einen Neubau für das Deutsche Tapetenmuseum – Museum für Raumkunst in Kassel und führt hierfür einen nichtoffenen einphasigen Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 durch. Der Neubau soll erstmals adäquate Ausstellungsräume für eine Dauerpräsentation erhalten, die den Anforderungen der Exponate dieser einmaligen Sammlung gerecht werden. Der Standort befindet sich an der Schnittstelle von Kassels Innenstadt und der Wilhelmshöher Allee, und wird das bestehende Museumsquartier nachhaltig stärken. Teil der Aufgabe ist neben der Konzeption eines modernen Museumsbaus die stimmige Integration von teilweise denkmalgeschützten Bestandsgebäuden in das Nutzungskonzept. In Räumen der historischen Torwache soll die ehemalige Wohnung der Brüder Grimm museal rekonstruiert werden. Raumprogramm: Museumsflächen, Verwaltung, Depot und Flächen f. Museumspädagogik auf rund 3 140 m² NUF. Gepl. Leistungsbild: Objektplanung Gebäude (LPH 2-8 § 34 HOAI, stufenweiser Abruf).

Ausgabe der Unterlagen: ab Mitte Juli 2017
Kolloquium: Ende Juli 2017
Abgabe der Wettbewerbsunterlagen: Ende September 2017
Preisgericht: Mitte November 2017.


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Endlich ist es soweit ! Wir freuen uns auf das Staatstheater für Kassel von Hans Scharoun (1954)

Vor mehreren Jahren haben wir ein sehr interessantes Projekt initiiert, das nun erfolgreich fertiggestellt werden konnte: Aus den Plänen für das Staatstheater Kassel von Hans Scharoun und Hermann Mattern haben wir eine 3-D-Animation anfertigen lassen. Ein zweiminütiger Film zeigt das großartige, 1952-54 geplante Theatergebäude, das sich damals kaum einer vorstellen konnte, von oben, von außen, aber auch von innen, z.B. das Foyer und den Saal mit mehreren Bühnenvarianten.

Dieses Projekt wurde vom Kulturamt der Stadt Kassel und von der Pfeiffer-Stiftung finanziell gefördert. Frau Dr. Dörr, ehemalige Leiterin des Stadtmuseums, war uns dabei behilflich, die Förderung des Kulturamtes zu erhalten. Prof. Dr. Manuel Cuadra, Universiät Kassel, hat uns beim Planankauf bei der Akademie der Künste unterstützt. Dr. Gisela Leisse hat in Berlin die Auswahl der Pläne vorgenommen.

In Kürze werden wir diese 3-D-Animation der Öffentlichkeit präsentieren. Pat Taylor, der diese Arbeit gemacht hat, wird anwesend sein. Termin: Stadtmuseum Kassel am 25.6.2017 11:30 Uhr.

Kassel den 7.4.2017


Plakate zur Staatstheateraffäre Kassel 1951-1959


Plakat Nr. 0 -1951

Plakat Nr. 1 -Das alte Staatstheater

Plakat Nr. 2 -Der Wettbewerb

Plakat Nr. 3 -Kasseler Reaktionen

Plakat Nr. 4 -Planung und Baubeginn

Plakat Nr. 5 -Der Geheimauftrag

Plakat Nr. 6 -Das Ehrengericht

Plakat Nr. 7 -Scharouns Rache

Plakat Nr. 8 -1959

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Verwaltungsgericht Kassel
Das Gebäude, in dem lange Zeit das Verwaltungsgericht Kassel war, steht in Gefahr abgerissen zu werden, für einen Neubau des Tapetenmuseums.
Dies ist absolut nicht notwendig, weil nebenan ein großes geeignetes Grundstück zur Verfügung steht.

Wir haben zu diesem Thema bereits berichtet. Christian Presche hat wieder einmal einen außerordentlich guten Text verfaßt, in dem der Wert des Gebäudes ausführlich dagestellt wrd. Leider liest man nichts dazu in der HNA. Transparenz - Baukultur - keine Spur davon.
Kassel den 6.6.2017

LINK zum Text

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Achtung ! ! ! : Bebauungsplanauslegung Kassel
Muthesius-Villa (Elena-Klinik)
in Netz:
LINK
1.3.2017
Und hier finden Sie die Stellungnahme von Dr. Christian Presche:
LINK
12.3.2017
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Schon wieder ein Nachruf:

Wilhelm Zuschlag (8.3.1937 bis 15.10.16)
Mit Wilhelm Zuschlag und seiner Frau Benita von Perbandt-Zuschlag arbeiteten wir am "Kreuer-Buch". Wer möchte kann dort über ihr Leben nachlesen (S.216-18). Zusammen studiert, zusammen die Welt entdeckt, zusammen ein Büro geführt... Jetzt trennen sich ihre Wege...

Kassel den 25.10.16

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Nachrufe

Wir beklagen den Tod zweiter Kollegen/innen:
Ekki (Egbert) Kossak und Jutta Borgstädt-Schmitz.

Egbert Kossak, 1936 in Hamburg geboren, nach einer Maurerlehre Studium der Architektur bei Prof. Kreuer und Prof Eggeling in Berlin (Diplom SS 1964). Bekannt als (Mit)Gründer der Freien Planungsgruppe Berlin 1964/66. Zuletzt Oberbaudirektor Hamburg 1981-1999. Gestorben am 10.8.2016.

Jutta Borgstädt-Schmidt, 1939 auch in Hamburg geboren, Studium ebenfalls bei Prof. Kreuer (Diplom SS 1966), arbeitete für das Institut für Städtebau Berlin, Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung. Legendär waren ihre Reisen in den Orient, die sie dort vielfach organisierte. Ohne Jutta undenkbar waren auch die alle zwei Jahre stattfindenden Kreuer-Treffen. Gestorben am 2.10.2016 in Berlin.

Kassel den 9.10.2016
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Nachdem sich der Architektursalon in den letzten Jahren immer wieder für den Erhalt von Kasseler 50er-Jahre-Bauten eingesetzt hat, z.B. für den Erhalt des Kasseler Schlosshotels von Paul Bode, zeichnet der Architektursalon gemeinsam mit dem Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt für zwei weitere gemeinsame Initiativen verantwortlich:

1) zum Erhalt des Gebäudes "Leder Meid" am Friedrichsplatz von Werner Hasper und

2) aktuell auch für den Erhalt des ebenfalls aus den 50er Jahren stammenden Gebäudes für den Verwaltungsgerichtshofes am Brüder-Grimm-Platz. Der geplante Neubau für das Tapetenmuseum, den wir sehr begrüssen, darf nicht auf Kosten dieses Gebäudes gehen.

Der Neubau für das Tapetenmuseum kann problemlos auf dem ehemaligen Parkdeck neben dem Torgebäude an der Wilhelmshöher Allee errichtet werden. Der Altbau kann als Verwaltungsbereich und Depot genutzt werden. Seine innere Ausstattung wie auch seine städtebauliche Qualität sollten erhalten werden. Deshalb plädieren wir dafür, den Wettbewerb für das Tapetenmuseum so auszuschreiben, dass der Altbau aus den 50er Jahren erhalten wird.


Brief an MHK link 1
Brief an das Ministerium link 2
Brief an die Denkmalpflege link 3 und link 4
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Nachruf

Manfred Hegger starb am 29.6.2016 im Alter von 70 Jahren.
Zuerst Bestürzung - das kann doch nicht sein.
Und doch, wir müssen es hinnehmen, dass schon wieder einer von uns gegangen ist.
Manfred Hegger – Mitarbeiter von Prof. Dr. Peter Jockusch, meinem Doktorvater - Mitarbeiter in der Uni, wo er uns Studierenden Bedarfsplanung lehrte - Mitarbeiter aber auch in seinem Büro am Bebelplatz. Dann ging er aus dem Büro, wollte Entwerfen, hatte enormen Erfolg, plante, baute, wurde Professor in Darmstadt. Energie und Bauen wurde sein Thema, unterstützt von seinem Kollegen Günter Schleiff und Doris, seiner Frau.

Was bleibt? Nur eine kleine Erinnerung: Zur Gründungsfeier des „Architektursalon Kassel“ (2002) zeigten Freunde von uns Fotographien aus Venezuela. Doris und Manfred waren begeistert, ja geradezu beglückt.
Sylvia Stöbe, 6.7.2016
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Interview mit Thilo Hilpert:
Die Stadt in der Schönheitsfalle
im Deutschlandfunk, 10.1.2016, 9:30 Uhr
nachzuhören in der mediathek.

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Vortrag und Diskussion mit Dr. Hanno Rauterberg
in der Universität Kassel, Fachbereich ASL, Henschelstr.2
Hanno Rauterberg, geb. 1967 in Celle, hat in Hamburg Kunstgeschichte studiert (Promotion 1995) und ist Architektur- und Kunstkritiker bei der Wochenzeitung die "ZEIT". Er spricht am 25.11.15 ab 19:00 Uhr im Hörsaal (1.OG) zum Thema seines Buches: Urbanes Leben in der Digitalmoderne. Diskutieren ist ausdrücklich erwünscht!!
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Bauwelt Interview mit Hinrich Baller über Baukultur und die Rolle des BDA
"https://youtu.be/lie8jD-nZVw"

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Zur Kenntnisnahme:

Der Arbeitskreis für Denkmalpflege setzt sich verdienstvollerweise für den Erhalt der städtebaulich wichtigen Grünfläche in Kassel Wilhelmshöhe ein. Er unterstützt dabei den Ortsbeirat, der ebenfalls für den Erhalt dieser Grünfläche plädiert. Auch aus denkmalschutzrechtlichen Gründen wäre eine Bebauung dieser Fläche ein Disaster. Sie verstellt den Eingang zum Flüsseviertel und verdeckt die Sicht auf die Kirche. Hier finden Sie den Originaltext von Dr. Christian Presche:
link

eine Kritik finden Sie auch auf meinem blog: http://arch-salon.blog.de

__________________________________________________________________________________ Nachruf
Ernst Brundig (23.5.1921 bis 6.7.2015)
der ehemalige Büro-Partner von Paul Bode ist tot. Vor vielen Jahren wollten wir noch mit ihm über Paul Bode sprechen, doch da war er schon bettlägerig und nicht mehr dazu in der Lage. Gern hat er sich von Frau Schwaab (HNA) interviewen lassen und man sah, dass er sehr stolz auf seine Tätigkeit als Architekt gewesen ist. Da kam zwar manchmal etwas durcheinander, doch wer wusste schon, wie es wirklich war? Er sagte, er habe nach der Staatsbauschule ab 1938 bei Paul und Theo Bode gearbeitet (da war er 17 Jahre alt!) und als beide in den Krieg mussten, will er im Büro „die Stellung gehalten“ gehalten haben, obwohl er selbst 1941-45 in Finnland stationiert war. Paul Bode hat ihn dann später nach dem Krieg wieder eingestellt, als er -ohne seinen Bruder Theo- das Büro weiterführen wollte. Der große Altersunterschied von 18 Jahren machte ihn immer zum Lernenden, zumal er im Büro mit seiner Frau „nur“ die Verwaltung und Organisation betreute und die Entwürfe Paul Bode überlassen musste. Als Paul Bode Ende der 50er Jahre krank wurde, wurden junge Architekten eingestellt, wie z.B. Dieter Unger (im Büro von 1959 bis 1977) und Wolfgang Haeseler, die dann das Entwerfen übernahmen. Aber kaum war das Staatstheater Kassel fertig, ging Brundig mit seiner Frau nach Taormina und baute dort 1960-87 eine Feriensiedlung auf. Das Büro wurde von anderen weitergeführt. Der Letzte, Herr Pfensig hat dann das Büro aufgelöst und einige sehr schöne Bilder dem Stadtmuseum Kassel übergeben. Außer den Bauten blieb nichts zurück.

___________________________________________________________________________________ Nachruf "Slenczka" (1.12.1932- 3.5.2015)

"Der Architekt Helmut Slenczka ist tot" - so titelt die Todesanzeige von Marie Zindler-Steinkillberg in der HNA vom 6.5.2015. Ja- das stimmt - Helmut Slenczka war Architekt, obwohl er seit vielen Jahrzehnten in der Hochschule als Professor tätig war. Er war einer von denen, die aus der alten Baugewerkschule in die damalige Gesamthochschule übernommen wurden, neben Laabs-Rode, Hirdes, Gass und Eger. Sie waren immer so etwas wie "zweite Klasse", weil sie nicht über eine Ausschreibung berufen worden waren. Doch mit wenigen Ausnahmen haben sie ihre Arbeit gut gemacht und uns die "Basics" beigebracht. Helmut Slenczka war in den 70er Jahren mein Prof und später in den 80er und 90er Jahren mein Kollege.
Er war der erste, der die Architektur der 50er Jahre in Kassel in den Focus gebracht hat und nicht nur dafür sind wir ihm grossen Dank schuldig. Er war einer, der das lebenslange Lernen zu seinem Motto gemacht hat; ich sah ihn auf so vielen Weiterbildungsveranstaltungen, obwohl er damals sagte, dass er mit der Architektur nichts mehr zu tun haben wollte. Und obwohl er sich zuletzt kaum noch auf den Beinen halten konnte. Und ich habe ihn beim Spazierengehen getroffen, das ihm von Arzt verordnet worden war; er streifte wortkarg allein durch den Westen der Stadt.
Er hätte zu Lebzeiten mehr Wertschätzung verdient gehabt.

Helmut Slenczka: Bauten des neuen Kassels von 1955, in: Kassel 1955. Die Stadt im Jahr der documenta, HG.Stadtmuseum Kassel,Schriftenreihe Band 3, Christian Bromig und Alexander Link, Jonas Verlag Marburg 1992, S.60-69

Sylvia Stöbe, Kassel den 2.6.2015


Nachruf "Lämmert"

Professor Dr. Eberhard Lämmert ist Anfang Mai mit 90 Jahren gestorben. Er hat als Präsident der FU und als renommierter Germanist an der Entwicklung und Anerkennung der modernen Universität gearbeitet. Ihm lag daran, die "Kultur des Dialogs" zu erhalten. Das galt gerade für die Zeiten des Ausbaus und der Verteilungskämpfe, die Lämmert in seiner Amtszeit in immer neuen Formen erfahren konnte. Das berührte in erster Linie die harten facts der Wissenschaftslandschaft, nämlich die seit Gründung der FU gepflegten Bibliotheken der Institute. Lämmert hatte sein mögliches getan und das Feld im Rahmen der geltenden Bibliotheksstruktur bestellen können. Jedoch: Der Bibliotheksbereich war aufgrund der räumlichen Struktur der FU (Villeninstitute"!!) immer stärker in die Rationalisierungsdebatte geraten, das war nicht mehr sein Bereich. Es galten jetzt andere Allianzen. Die Beglückung der Fan-Gemeinde der Foster-Bibliothek hat er, wenn man seinem Ausruf folgt, vermutlich nicht teilen mögen: MONSTRUM
Eberhard Lämmert /
geb.1924 / Promotion 1955 ("Bauformen des Erzählens") /
1976-1983 Präsident der FU /
1992 emerit. /
gestorben 2015.05.5

Ich erinnere mich an zahlreiche Begegnungen, oft zu Planungsthemen im Präsidialamt, beginnend 1976 mit seiner Amtszeit als Präsident der FU, dem sowohl die zurückliegenden Projekten im Verbund mit den drängenden neuen Konzepten, gewürdigt werden mußten. In seiner kritischen Kommentierung der in den 70/80er Jahren entstandenen neuen Strukturplanung auf dem Dahlemer Feld (ehem. Obstbaugelände) . Kernidee dort war die Zusammenführung der bisher in Einzelgebäuden untergebrachten Fächer mit ihren Bibliotheken. Für Lämmert ging es mit dem forschungsproduktiven Szondi-Institut schlicht um die Existenz. Für weitere Fachgebiete drohte mit dem Villenplan, die Fächer unter einem Dach zusammenzuführen, zunächst nur eine Verwaltungsreform; aber eigentlich blieb es das "Monstrum" .
Michael Krauss, Kassel den 2.6.2015



Beerdigung von Werner Ruhnau auf der Nekropole
am 11.4.2015 um 14:00 Uhr

Veranstaltung zum Thema "Baukultur" in Kassel
am 24.und 25.April 2015
(Vitale Gemeinenden!! Leider geht es hier nicht oder nur wenig um Kassel)
Bundesstiftung Baukultur
Programm

Hinweis auf eine Veröffentlichung der Stiftung Baukultur:
"Stadtaspekte: Neue Räume" (8,80 Euro!!) Die Tendenz ist gut, das Heft ist aber zu teuer. Beispiel: 50er Jahre Architektur wird abgerissen - weniger gut. Interview mit Riklef Rambow lesenswert.



Vorankündigung:

Vortrag von Hanno Rauterberg
in der Reihe Fusion ASL Universität Kassel



Nachruf zu Werner Ruhnau
(1922-2015)

Werner Ruhnau, immer engagiert. Wir durften mit ihm sprechen, ihn so vieles Fragen, was mit dem Lebenswerk von Paul Bode zu tun hatte und wie man hier mit dem Urheberschutz umgeht. Er hatte hier eigene Erfahrungen, denn er hatte sich bemüht, auch sein eigenes Werk zu schützen. Und wird durften einmal mit ihm an seinem Grab in der Nekropole tanzen, ja tanzen! Angela Landgrebe bat uns darum, hier eine kleine Rolle zu spielen, was wir auch gerne gemacht haben. „In der Bilderfolge durchschreitet auf ein Klangsignal hin jeweils ein Paar Besucher zwei gegenüberliegende Tore, umkreist im Schreittanz den zentralen Block und verlässt das Spielfeld durch die gegenüberliegenden Tore.“(Quelle: http://www.ruhnau.info/spiel/nekropole-kassel-menu)

Werner Ruhnaus Werk ist ein ganz besonderes. Wolfgang Pehnt ging freundlicherweise darauf in seinem Vortrag über „Theater- und Festbauten der 50er/60er Jahre“ am 24.11.2010 in Kassel ein. Zu Ruhnaus Werken gehört insbesondere das Theater in Münster (1953-56) und das Theater in Gelsenkirchen (1954-59), die er beide gemeinsam mit Max von Hausen und Ortwin Rave verwirklicht hat. Es ging Ruhnau (wie auch Hans Scharoun) um die „Auflösung starrer Raumbilder“ in der Moderne und er setzte sich ein für eine „Dynamisierung der Raumerfahrung“. (vergl. Pehnt-Vortrag hier auf dieser Homepage)

"Einer offenen Gesellschaft entsprechen offene Theaterspielformen. Offene Theaterspielformen verlangen offene Theaterbauformen. Offene Theaterbau¬formen schließen alle vergangenen und gegenwärtig gewünschten Theaterspiel¬formen ein.“ Werner Ruhnau und Ferdinand Kriwet, 1968 (Quelle: http://www.ruhnau.info/baukunst/raeume-klavier-menu)

Kassel den 11.3.2015

Zitate aus dem o.g. Vortrag von Wolfgang Pehnt:
„Das Theater in Münster gehört dazu, von Deilmann, von Hausen, Rave und Ruhnau (1953-56), sympathisch in der Einfügung ins Stadtbild und in der Einbeziehung der Ruine eines klassizistischen Stadtpalais. Das Zuschauerhaus hat drei leicht gestaffelte Ränge. (Dia) In Gelsenkirchen inszenierten Architekten des Münsteraner Teams, nämlich Werner Ruhnau, Max von Hausen und Ortwin Rave, mit der gläsernen Trommel der Treppenanlage im großen Glaskasten des Gesamtbaus den abendlichen Auftritt des Publikums als weithin sichtbares Ereignis (1954-59). Bildende Kunst von Yves Klein, Norbert Kricke, Jean Tinguely und anderen ist raumbildend einbezogen. (Dia) Tagsüber präsentiert sich das Haus mit seiner uninspirierten Glasfassade weniger faszinierend. Es zeigt die Schwierigkeit, die abgeschiedene Sonderwelt des Theaters mit einer Grundtendenz des neueren Bauens, dem Drang zu Durchsichtigkeit, Immaterialität und Öffnung zur Umwelt zu versöhnen.“
„Aber Gutbrod, Ruhnau oder Wolske traten ebenfalls für eine Auflösung starrer Raumbilder, für eine Dynamisierung der Raumerfahrung ein; Ruhnau ist der Vorstellung eines mobilen Theaters zeit seines Lebens nachgegangen.“





Nachruf
Jürgen Sawade (1937-2015)

Am 21.1.2015 ist Jürgen Sawade im Alter von 77 Jahren verstorben, wie die Akademie der Künste, in der er seit 2002 Mitglied war, meldet. Wir sahen ihn zum letzten Mal als er auf die Akademie der Künste am Hanseatenweg zuschritt, in der er gerade Renovierungsarbeiten betreute. Er war schon von weitem gut zu erkennen, mit seinem schwarzen Hut und seiner barocken Gestalt.

Jürgen Sawade ist am 19.12.1937 in der damals gerade neu erbauten „Rothenbergsiedlung“ von Otto Haesler (1929-31) in Kassel geboren. Seine Eltern waren arme Leute. Moderne Architektur wurde sein Lebensthema. Moderne Architektur, die Architektur seiner Jugend, war auch sein Vortragsthema im Architektursalon Kassel am 10.2.2006. Er wollte über die Architektur der 50er Jahre sprechen, brachte aber nur Beispiele aus Berlin. Die Kasseler 50er-Jahre- Architektur fand er langweilig, ja selbst die Treppenstraße imponierte ihm nicht. Allenfalls liess er Sep Rufs Bilka-Bau als „anständig“ gelten. Begeistert erzählte er von seiner (fast) Begegnung mit Le Corbusier. LC war in Berlin an der Baustelle Heerstraße und zu seiner Ehre schlugen die Arbeiter mit metallenen Werkzeugen an das Gerüst; das muss eindrucksvoll gewesen sein.
Jürgen Sawades Architektur wird als rationalistisch bezeichnet. Ist das wirkich so? Sicherlich war er für das Einfache und Unkomplizierte. „Less is more“ war auch sein Motto. Er war ein Mann der Praxis. Seine Zeit an der Uni fand er sterbenslangweilig. Als junger Assistent an der TU-Berlin bat Jürgen Sawade Willy Kreuer, damals Dekan der Architekturfakultät, ihn vorzeitig aus dem Arbeitsvertrag zu entlassen, damit er sich der Praxis widmen könne. Willy Kreuer verstand das gut, denn er fühlte sich sicherlich auch als ein Mann der Praxis. Sawade sah die städtebaulichen und architektonischen Probleme in der Stadt, ging die Sache an und oft bekam er dann auch den Auftrag, das Problem architektonisch zu lösen. So kam es u.a. zu den Bauten in der Lewishamstrasse und zum Umbau des „Universum Kino“ von Erich Mendelsohn zur Schaubühne (1975-1981). Seinen Nachlass findet man nun in der Akademie der Künste.
„Architektur ist Kunst, und beides bedarf einer Haltung, wenn sie gut sein soll“, sagte Jürgen Sawade 2005. (Akademie der Künste http://www.adk.de/de/blog/index.htm?we_objectID=34073)

Sylvia Stöbe, 31.1.2015


Nachruf auf Johann Peter Lüth

Peter Lüth ist tot. Das letzte Gespräch führte ich mit ihm anlässlich unserer gerade fertiggestellten Kreuer-Publikation. Er rief an und lobte unsere Arbeit, die er zu schätzen wusste, denn er hatte selbst Erfahrungen mit Publikationen. Er schickte uns gleich eines seiner Werke. Wir haben uns sehr darüber gefreut. Peter Lüth war ein überaus freundlicher Mensch. Ich habe Peter Lüth im Studium an der TU-Berlin kennengelernt. Wir haben im selben Jahr (1965) Diplom gemacht, ja sogar am selben Tag. Anschließend gingen wir zu NORA (gegenüber dem Renaissancetheater) und spielten Billiard. Es war eine sehr schöne und freundliche Atmosphäre. Der ganze Stress der Prüfung fiel von uns ab. Wir hatten einen neuen Lebensabschnitt erreicht, das war ganz deutlich zu spüren. Die Zukunft lag vor uns. Peter Lüth hat viel aus seinem Leben gemacht. Wir bewundern seine Lebensleistung. Und dass er mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist.

Michael Krauss, 5.9.2014



Ansonsten gibt es auch genug andere Themen:
z.B. Städtebauliche Verdichtung ? ja, aber zu welchem Preis?

den anderen die Sonne klauen...


Hinweis:
Alison und Peter Smithson im Deutschlandfunk / Feature am 20.6.2014, 20:10 Uhr
LINK zur Sendung


Buchpräsentation:
Willy Kreuer 1910-1984
am 29.11.2012, 19:00 Uhr im Bücherbogen Berlin, Savigny-Platz

Diese Publikation wird vom Bücherbogen Berlin vertrieben, kann aber auch über den Architektursalon bestellt werden.
Kosten pro Stck. 29,80 Euro inkl.Porto innerhalb der BRD


Willy Kreuer

Aus Anlass des 100sten Geburtstages von Willy Kreuer (1910-1984), Architekturprofessor an der TU Berlin von 1951 bis 1976, hat eine Gruppe ehemaliger Absolventen, die in jenen Jahren an seinem Lehrstuhl das Diplom abgelegt haben, die Initiative ergriffen, das umfangreiche Werk von Willy Kreuer aufzuarbeiten und zu veröffentlichen.
Die neu herausgebrachte Publikation versammelt alle wichtigen Projekte in einem Band (330 S.) und bringt neben dem ausführlichen Text eine Vielzahl von Abbildungen. Außerdem enthält das Buch viele Erinnerungen seiner Diplomanden.

Buchhandlung der Bücherbogen
am Savignyplatz GmbH
Stadtbahnbogen 593
10623 Berlin


Presseinfo als PDF-Datei




Unser geschätzter Kollege Rainer Niehoff hat eine wunderbare Radiosendung über Wense verfaßt. Das sollten Sie sich unbedingt anhören!
(Link zu: SWR2-Radio)

Hier der Link zum Text


3 min-Führung durch die Kasseler Architektur der 50er Jahre
(Link zu: HR-TV-Hessentipp, 21.9.2012)


[Nachrufe]

Herbert Glasauer (1948-2012)

Jetzt auch noch Herbert ! Es ist kaum zu glauben: Herbert Glasauer soll schon am Montag (3.9.2013) verstorben sein. Plötzlich und unerwartet, heißt es. Doch wir wissen, dass es im Vorfeld gesundheitliche Probleme gab, die von den Ärzten nicht einzuordnen waren. Gerade in der Altersteilzeit angekommen (ab WS 2011/12), wollte er das Leben noch ein bisschen genießen. Wir sahen ihn zuletzt im Juni 2012 an der Documenta-Halle (documenta 13), fröhlich mit Christine mit dem Fahrrad vom Baden kommend. Sein Tod ist ein großer Verlust für uns alle. Er war der ewig kritische Geist, der immer widersprach, der es sich traute, auch manchmal entgegen alle Höflichkeit das Wort zu ergreifen, und seine Meinung zu sagen. So jemanden gibt es nicht mehr, in einer Zeit, in der alle nur noch vorsichtig sehen, dass nichts ihrer Karriere schadet. Er sagte mir einmal, dass er es an Detlev Ipsen besonders schätzte, dass er mit ihm hart streiten und diskutieren konnte, ohne dass einer von beiden nachtragend war. Und nur so konnten sie zusammen arbeiten: Hart in der Sache zu arbeiten und gleichzeitig Freunde sein. Wo gibt es das noch? Wo wird es so etwas noch einmal geben? Es war eine fruchtbare Gemeinschaft, ein Forschungsinstitut ein An-Institut einer Uni, das über so viele Jahre Bestand hatte. Und auch für den Architektursalon Kassel war Herbert eine fruchtbare Bereicherung. Seine eigenen Beiträge, wie auch seine Kritik der anderen werden wir sehr vermissen.

Kassel den 5.9.2012
Sylvia Stöbe




Annemarie Burckhardt (1930-2012)

Am letzten Sonntag den 15.7.2012 verstarb Annemarie Burckhardt. Sie war nicht nur die Frau von Lucius Burckhardt, sie war sozusagen seine zweite Hälfte. Ich kannte Sie, solange ich Lucius kannte, also seit 1975. Sie war es, die meine Arbeiten las. Sie war es, die vermittelte, wenn ich Lucius etwas fragen wollte, von ihm etwas wissen wollte. Sie war es, die bis zuletzt mir immer noch Ratschläge gab, mir mit Material und persönlichem Wissen weiterhalf, ob es um Bazon Brock ging oder um Max Frisch. Sie schrieb nicht gern viel, sie griff einfach zum Telefonhörer und rief mich an. In späten Jahren ihres Lebens startete Sie in Basel noch einmal mit einer politischen Karriere bei den Grünen durch, in einer Zeit als Lucius bereits emeritiert war. In der Zeit, in der Lucius in Kassel Professor war, hatten sie neben der Wohnung in Kassel immer eine gemeinsame Wohnung in Basel und einen Sommersitz in der Schweiz. Ich erinnere mich noch genau, wie erstaunt sie waren, als ich ihnen eine Karte aus der Schweiz mit dem Schellenursli schickte… Ich dachte, sie käme zur documenta(13) nach Kassel….

Sylvia Stöbe, 20.7.2012

Interview mit Annemarie Burckhardt, Basel 9. Mai 2009, 14’ 44’’ http://www.kunstpassanten.ch/de/mediathek.html

Link zur PDF: Nachruf Annemarie Burckhardt aus der HNA



Auch mußten wir Abschied nehmen von lieben Menschen, die dem Architektursalon in irgendeiner Weise verbunden waren, von Freunden/innen und Mitstreitern/innen darunter Detlev Ipsen, Marlene Zlonicky, Werner Sewing, Max Bächer, Hartmut Häussermann
Link zur PDF: Nachruf Detlev Ipsen
Link zur PDF: Nachruf Marlene Zlonicky
Link zur PDF: Nachruf Werner Sewing

link zum Baunetz: Todesnachricht Werner Sewing
link zum Baunetz: Todesnachricht Max Bächer
link zum Baunetz: Todesnachricht Hartmut Häussermann


 

 

 
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last update: 19.3.2015